Kühl und windig. Aber das ist ja nichts Neues.
Wir lungern vor der Haustüre rum, ich immer in meine Leoparden-Decke gehüllt, der Wind ist nämlich wirklich sehr kühl. Aber wir haben ja Urlaub und wir sind in der wunderschönsten Gegend der Welt und deshalb wollen wir unser Vergnügen auch vollumfänglich auskosten.
Donata wartet mit einer Animation auf: Wir machen jetzt einen Kurs in Radierungen! Ich hatte ja letztes Jahr schon das Vergnügen. Donata ist die beste Künstlerin die ich mir vorstellen kann und sie ist außerdem eine großartige Lehrerin. Sehr geduldig im Erklären. Spontan fällt uns kein Motiv ein, das wir herstellen könnten.
Also ich bin jetzt zum 16. Mal in der Toskana, in Massarosa, und zum 9. Mal im Antica Piaggetta. Aber ich war NOCH NIE bei diesen Fischerhütten. Die eigentlich direkt hinterm Haus liegen. Dank des regnerischen Tages lungere ich schon einige Zeit im Garten und rund ums Haus rum - also enschließe ich mich, auch mal bei den Fischerhütten vorbeizuschauen. Es führt ein Holzsteg aus Brettern in das Schilf-Dickicht. Ganz am Anfang ist das Holz schon morsch und eingebrochen - egal, ich balanciere über die noch vorhandenen Stümpfe und Schwellen. Der Holzsteg windet sich um ein paar Ecken in das Schilf hinein, vorbei an verfallenden Wellblechhütten, wo die Fischer ihre Boote und andere Utensilien untergebracht hatten. Oder vielleicht partitiell auch noch haben. Man weiß es nicht... Abschnittsweise hat es offenbar mehrere Hütten gleichzeitig niedergebügelt. Vielleicht von einem Stürmchen? Die Rostanteile in den Baumaterialien rosten still vor sich hin - was zu ganz hinreißenden Farbkontrasten führt. Eigentlich ein "schöner Zerfall"... malerisch und farbenfroh. Tatsächlich finde ich nach meinem Bad in den Farben auch wieder zurück auf den Weg, ohne auch noch ein Bad in dem Brackwasser genommen zu haben. Irgendwie rechnete ich ja auch immernoch mit vorbeidefilierenden Wasserratten... |