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Toskana 2017
 
DIENSTAG, 23.05.17
Von Golfo Aranci fahren wir die Straße an der Küste entlang nach Arzachena, bzw. zur Nuraghe Albucciu.
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Direkt an der Hauptstraße finden wir die Nuraghe Albucciu. Der Ticketschalter hat noch geschlossen, macht erst um 9:00 h auf. Und wir sind ja früh dran. Ein Stückchen weiter gibt es eine Bar, wo man ein Käffchen trinken kann. Da fahren wir hin. Donata macht sich dort frisch. Gegen 9:00 h stehen wir dann auch schon vor dem Ticketschalter. Ich wähle sieben Örtlichkeiten aus, die wir besuchen wollen (so war mein Plan... letztlich haben wir aber mit Müh und Not nur fünf davon geschafft... anschließend waren wir geschafft...).

Wer sich für Steinzeit und Archäologie interessiert, wird in der Hügellandschaft rund um Arzachena fündig: die Gigantengräber von Li LolgiCodduVecchiu und Moru, die Nuraghentürme von Albucciu und Sa Prisgiona sowie der geheimnisumwitterte Megarontempel von Malchittu liegen allesamt wenige Kilometer von Arzachena entfernt und lassen sich zu einer spannenden Archäologie-Tour verbinden. Wir fangen mit dem Tempietto an.
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Arzechana Arzachena
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Arzachena_Tempietto
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Direkt neben dem Ticketgebäude verläuft ein Weg sachte bergan. Den beschreiten wir.
Links eine sehr schöne Trockenstein-Mauer, dahinter noch ein anderer Weg. Wir gehen aber rechts.
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Arzachena Arzachena
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Arzachena Wir begegnen einem Hund und dann auch einer Katze. Das Hundi ist für jegliche Zuwendung dankbar.
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Arzachena Noch ein anderes Hundi hat uns bemerkt. Auch er möchte durch das Gattertor, das wir gerade passiert haben. Wir überlegen gerade, ob wir ihn durchlassen sollen - dann erledigt sich das aber, ich glaube, er hat sich dann unter dem Gatter durchgequetscht. Darin scheint er Routine zu haben.
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Arzachena
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Arzachena Donata fragt sicherheitshalber noch eine Frau, die neben dem Weg hinter der Hecke in einem Garten Wäsche aufhängt. Der kleine Hund scheint ihr zu gehören, und es ist ihr recht, wenn er uns begleitet.

Die Katze hat aber keine Lust, und verschwindet wieder im Garten.
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Arzachena Begleitet von zwei fürsorglichen Hunden, die auch tatsächlich gehorchen, wenn man sie ruft (die Dame hatte uns die Namen gesagt, aber ich weiß sie nicht mehr...). Sie laufen die ganzen 2,7 km mit, den Berg hinauf, immer in Sichtweite.

Mein Lieblings-Urlaubsmotiv: Zistrosen.
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Arzachena
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Arzachena
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Arzachena
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Beide Hundis bleiben unter diesem Baum stehen und starren hinauf.
Wir bleiben natürlich auch stehen und starren. Zu sehen ist nichts. Aber Gezwitscher ist zu hören. Irgendwo muss ein Nest sein.
Beim Abstieg bleiben wir nochmal stehen und suchen genauer. Da gibt es ein Loch im Baumstamm, da werden die Vögelchen wohl drinsitzen. Und in der Nähe sehe ich einen Specht fliegen. Vielleicht Mutti Specht. Wer weiß.
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Arzachena
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Arzachena Rechts von dem Felsen im Bild unten sieht man oben eine Trockensteinmauer, darunter ein Olivenbaum. Dort soll dieser alte Tempel gewesen sein. Wir finden nur noch Steine.
Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob wir nicht bis zu der Trockensteinmauer hätten hochklettern sollen.

Sind wir aber nicht. Es sind 29°C um 10 h vormittags, und wir haben die Wasserflaschen vergessen.
Außerdem habe ich blöderweise keinen Akku in der Tasche, aber meiner ist gerade leer. Also keine weiteren Fotos :-(
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Arzachena
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Arzachena Viel ist nicht zu sehen. Da kann das Hundi in der Mitte soviel schnüffeln, wie es will.
Hinterher erfahren wir, dass unsere Hundis für ihren Begleitservice eigentlich als Entschädigung Leckerlis erwartet haben. Womöglich ein Wurstbrot oder sowas. Üblicherweise scheinen Wanderer sowas wohl im Gepäck zu haben.

Trotzdem sind sie brav mit uns mitgelaufen.

Später sehen wir sie, wie sie uns schon vorausgelaufen sind, und am Ticketbüro die nächsten Touristen aus einem Bus in Empfang nehmen. Scheint sich offenbar zu lohnen, harmlose Touristen anzubetteln...
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Tafoni-Gräber in den Bergen von Arzachena

Der kleine Tempel von Malchittu, mitten in den Granitbergen von Arzachena, ist in seiner Form und Architektur einzigartig auf Sardinien: Von den seltenen, rechteckigen Megaron-Kulttempeln mit dicken Steinmauern hat man inselweit lediglich zwanzig entdeckt, Malchittu weist hingegen als einziger eine halbrunde Apsis auf. Der Tempelbau ist exzellent erhalten, die grob gehauenen, in steinzeitlicher Perfektion aufgeschichte ten, grob gehauenen Steinmauern mit fein gearbeiteten Tür- und Fensterstürzen beherbergten einst Sitzreihen an den Wänden und eine zentrale Feuerstelle. Spuren weisen darauf hin, dass der Tempel einst mit Holzbalken gedeckt war - seit Jahrzehnten übernimmt diese Rolle eine große Steineiche, die sich im Hauptraum breit gemacht hat und den Tempel wie ein Dach zu beschützen scheint. Als der Tempel in den 1960-er Jahren wiederentdeckt wurde, war er fast so perfekt erhalten, so wie er heute in den Bergen der Gallura ruht.

Nur wenige Meter entfernt wurde ein Nuraghe entdeckt, von dem nur noch wenige Grundmauern erhalten sind - überraschend also, dass der Tempel so gut erhalten ist. Gleich daneben haben die Forscher in sechs Tafoni-Felshöhlen außerdem bronzezeitliche Grabstellen entdeckt. Der Tempel von Malchittu liegt etwa 1,5 Kilometer von der Haupstraße entfernt, und ist über eine etwa 30-minütige, leichte Wanderung zu erreichen, das letzte Stück geht steil bergauf.
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Tempietto
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Tempietto Nachtrag:
Tatsächlich hätten wir dort, wo wir umgekehrt sind, noch weiter den Fels hochklettern müssen über die Felsbrocken. Dort oben wäre dann das Tempietto gewesen... So weit gelaufen, und am Ende doch nicht dort gewesen :-(
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GIGANTENGRAB BEI NURAGHE ALBUCCIU
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Ein paar Schritte die Straße ostwärts entlang und dann links gibt es noch ein Gigantengrab zu bestaunen.
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Gigantengrab
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Arzechana Gigantengrab
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PROTONURAGHE ALBUCCIU
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Direkt gegenüber des Ticketbüros auf der anderen Straßenseite befindet sich die Nuraghe Albucciu. Interessant finde ich die großen Steinquader, womit die gebaut wurde.
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Albucciu..
Alubucciu  
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Albucciu
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Albucciu  
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Albucciu Albucciu
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Albucciu
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Albucciu Albucciu
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Albucciu
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Albucciu
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GIGANTENGRAB CODDU VECCHIU
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Das Gigantengrab Tomba dei Giganti di Coddu Vecchiu (gelegentlich findet man auch die Schreibweise Coddu Ecchju) gilt als eines der schönsten Beispiele frühzeitlicher nuraghischer Grabbau-Kunst im Norden Sardiniens. Besonders beeindruckend: Die über vier Meter hohe, perfekt erhaltene Eingangs-Stele. Auf der großen Steinplatte erkennt man nicht nur einen kleinen Eingang, sondern ganz deutlich auch das rechteckige Relief einer Tür. Ähnlich wie beim Gigantengrab von Li Lolghi, nur wenige Kilometer entfernt, könnte dieses Rechteck eine falsche Tür als Symbol für den Kontakt zum Reich der Toten sein.

Hinter der Stelenwand liegt die über zehn Meter lange Grabkammer - eine rechteckige, gedeckten Grabgalerie mit Steinkisten und Decksteinen. Dieser Grabtyp ähnelt verblüffend stark den Allée Couverte Galeriengräbern Süd- und Ostfrankreichs.

Das Gigantengrab von Coddu Ecchiu ist auch unter dem Namen Caprichera bekannt - wie der Flurname der Weinberge, die sich um die Kultstätte herum die sanften Hügel hinaufziehen. Wenige Kilometer östlich des Gigantengrabs von Coddu Ecchiu ist der Nuraghe La Prisgiona zu sehen.
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Coddu-Vecchiu
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Sieht aus wie eine Katzentüre... ähnlich groß...
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Direkt daneben dieser Weinberg.
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NURAGHE LA PRISGIONA
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La_Prisgiona
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Mehr als 7000 Nuraghen gibt es wohl auf Sardinien: Es gibt kaum einen Küstenstreifen, Hügel oder fruchtbares Tal der Insel, wo man nicht auf Überreste aus der Bronzezeit stößt. Viele davon sind noch nicht einmal archäologisch erforscht, sondern versteckt unter Büschen und Hecken. Einige wiederum liegen frei zugänglich in der Landschaft. Selten sind Reste der Urzeit-Sarden allerdings im Nordosten der Insel rund um die Buchten von Palau und Arzachena.

Denn rund um die Gegend der heutigen Costa Smeralda und Palau haben sich in der Vorzeit vor allem andere Kulturen breit gemacht: Die rätselhafte „Kultur von Arzachena“ hat hier mit Feenhäusern, Gigantengräbern und rätselhaften Steinkistengräbern ganz andere vorzeitliche Zeichen gesetzt – sie sind kulturell den südkorsischen Kulturen von Cauria und Filitosa näher als den typisch sardischen Nuraghen.

Eine Ausnahme in der Gegend von Arzachena bildet das Nuraghendorf La Prisgiona. Forscher gehen davon aus, dass Prisgiona einst die bedeutendste Nuraghensiedlung Nordostsardiniens war. Auch seine Architektur, die so genannte Tholos-Bauweise mit falschem Gewölbe und präzise gearbeiteten Steinquadern, ist einmalig in der Gallura. Das Bronzezeitdorf liegt am Rande des fruchtbaren Tals von Caprichera, in dem heute exklusive sardische Weine gedeihen. Die Fundstätte wurde 1959 ausgegraben, aber erst 2009 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
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UNTERWEGS ÜBER TEMPIO PAUSANIA RICHTUNG PORTO TORRES
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Unterwegs Eigentlich will ich gerne den Dolmen Ladas und den Dolmen Ciuledda besuchen. Alles auf dem Weg über Pausania. Aber ich finde einfach nicht den Wegweiser. Dafür finde ich die Tomba dei Giganti Pascaredda. Was eigentlich nicht weit auseinander liegt.

Nach Pascaredda geht es in einen Feldweg, der schlängelt sich durch Wiesen und Felder. Hinter einem Brückchen über einen Bach parke ich. Donata möchte lieber etwas essen - ich mache mich auf und folge dem Wegweiser.
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TOMBA DEI GIGANTI PASCAREDDA
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Pascaredda Pascaredda
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Pascaredda Es geht einen schmalen Pfad entlang, später vorbei an Wiesen mit Korkeichen, schließlich über ein Brückchen - und schon stehe ich vor dem Gigantengrab. Mitten in der Natur. Eintritt wird nirgendwo gefordert. Wie denn auch... weit und breit gibt es nichts.
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Pascaredda
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Pascaredda  
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Pascaredda
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Pascaredda
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Pascaredda
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Pascaredda Dieses Grab ist dem von Coddu Vecchiu sehr ähnlich, bloß fehlt hier der obere Teil des mittleren Steins. Dafür kann man ungehindert auf das Grab klettern und von oben hineinsehen. Siehe links.
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Pascaredda
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Pascaredda
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Pascaredda
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Pascaredda_Korkeichen Pascaredda_Korkeichen
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Pascaredda Pascaredda_Holunder
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Pascaredda_Wiesenflockenblume
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Pascaredda_Attenti_al_Toro
Höchst amüsant: "Achtung vor dem Stier!" :-) Aber weit und breit war keiner zu sehen...
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Die Zeit verrinnt... bevor wir unsere Unterkunft ansteuern, will ich unbedingt noch nach Monte d'Accoddi. Das ist auf dem Weg nach Porto Torres. Irgendwo. Wir steuern also die nächste Schnellstraße an, und ab Richtung Norden. Zwischen zwei Schnellstraßen muss das ungefähr liegen... ich übersehe aber die Schilder und kurve durch die Gegend. Es ist immernoch ziemlich heiß. Endlich finde ich es.

Donata hat erst gar keine Lust mehr, in der Hitze nochmal irgendwo rumzulaufen, der Parkplatz bietet kaum Schatten - schließlich kommt sie aber doch mit.
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MONTE D'ACCODDI - ALTARE PRENURAGICO
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Monte_d_Accoddi
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Der Weg vom Parkplatz zum Altar ist fein säuberlich mit Steinplatten angelegt.
Es ist allerdings noch immer sehr heiß, kein Schatten weit und breit...

Was auf halbem Weg zwischen Sassari und Porto Torres an der alten Hauptstraße S.S. 131 ans Tageslicht kam, hat es in sich: Ein derartiges geschichtliches Zeugnis wurde bisher weder auf Sardinien noch im gesamten Mittelmeerraum gefunden. Erste Siedlungsspuren gehen auf die Zeit um 4200 v. Chr. zurück. Der terrassenförmig angelegte Altarbau ist aber tausend Jahre jünger und wurde von einer Kultur errichtet, die etwa 1600 Jahre vor den Nuraghern auf Sardinien lebte. In einer zweiten Bauphase, etwa 2800 Jahre vor unserer Zeitrechnung, wurde der Terrassenaltar nach einem Brand mit grobem Gestein auf seine endgültige Höhe von etwa neun Metern erweitert. Eine breite Aufstiegsrampe führte zu einer Kultstätte auf der Spitze des Sockels.

So geheimnisvoll wie der Berg selbst ist auch die Herkunft seines Namens. Im lokalen Dialekt klingt er ganz ähnlich wie ein unschönes Wort für Beischlaf. Sprachwissenschaftler leiten den Namen von einer Pflanze namens "kòdoro" oder auch von "accodi" ab, was soviel wie Sammelstelle bedeutet. Eine andere Lesart führt den Namen auf das sardische "Monte de Code" zurück, auf deutsch schlicht "Berg aus Stein". Eine sehr einleuchtende Version, denn Monte d'Accoddi wirkt für den unkundigen Besucher wie ein großer Steinhaufen mit Aufstiegsrampe. Viel zu sehen gibt es nicht, was man ohne nähere Erklärungen erkennen könnte. Deshalb sollte man beim Besuch unbedingt an einer Führung teilnehmen, um die archäologische Bedeutung von Monte d'Accoddi verstehen zu können.

Das größte Rätsel gibt den Wissenschaftlern die Form des Bauwerks auf. Sie erinnert an Zikkurate. Diese Sonnentempel, wie sie in Mesopotamien gefunden wurden, kommen im Mittelmeerraum aber nicht vor. Wer waren also die Erbauer dieser Kultstätte? Eine Theorie vermutet aufgrund der Form des Terassenaltars ein Volk aus dem Gebiet des heutigen Irak, das sich auf Sardinien niedergelassen hat. Da aber auch in Lateinamerika terassenförmige Sakralbauten gefunden wurden, kann man allein über die Bauform nicht belegen, dass die Bewohner des Flachlandes hinter dem heutigen Porto Torres Kontakte in den mittleren Osten hatten. Damit bleibt diese Theorie Spekulation.
Rätsel geben auch die Menhire auf, die am Rande der Kultstätte gefunden wurden. Sie stehen vermutlich schon viel länger an der Kultstätte als der Terassenaltar. Es ist heute noch nicht klar, ob die kultischen Steine der Verehrung einer weiblichen oder einer männlichen Gottheit dienten. Die säulenartige Form eines Steinblocks ließ sich sowohl als phallisches Symbol als auch, aufgrund der darin gefundenen Aushöhlungen, als weibliches Gottheitssymbol deuten, vermuten die Wissenschaftler.

Auch die Bedeutung der anderen Kultstätten rund um Monte d'Accoddi bleibt rätselhaft. Ein Steintisch an der rechten Seite der Rampe überdeckt ein natürliches Loch im Kalkgestein. Die steinzeitlichen Erbauer sahen dieses Heiligtum möglicherweise als Mund einer Erdgottheit an, der Opfer dargebracht wurden. Um den Steintisch herum fanden die Archäologen Reste von Tier- und Fischopfern. Ähnliche Spuren von Opferriten fand man auch in späteren Kulturen auf Sardinien. Der Zweck eines weiteren Kultsteins, ein mehrere Tonnen schwerer Findling am Ende der Rampe des Tempels, ist ebenso unklar. Sicher ist nur, dass er aus mehreren Kilometern Entfernung herbeigeschafft wurde, weil diese Gesteinsart in der Gegend um Porto Torres nicht vorkommt. Einige Forscher vermuten, dass er per Boot an die Kultstätte gebracht wurde, denn der nahegelegene Rio d'Ottava war vor mehreren tausend Jahren noch schiffbar. Schwer vorstellbar, dass das Rinnsal, einen halben Kilometer von der Kultstätte entfernt, vor sich her plätschert, einmal mit Booten befahren werden konnte.
Die Kultstätte wurde bis etwa 1800 vor Christus genutzt, bis ein anderes Volk seinen Glauben und seine Kultur auf Sardinien verbreitete: die Nuragher. Von dieser Zeit zeugt zum Beispiel ein Kindergrab, das an einer Ecke des Terassenbaus gefunden wurde. Die Nuraghen kannten also Monte d'Accoddi, haben ihn aber nicht als Kultstätte benutzt. Wer seine Erbauer waren, woher sie kamen, was mit ihrer Kultur passierte, was ihre Riten bedeuteten, ist der Wissenschaft bis heute ein Rätsel. Ihr Geheimnis lag über Jahrtausende unter der Erde verborgen, bis im zweiten Weltkrieg die leichte Anhöhe im Hinterland von Porto Torres von der italienischen Armee als Basis für Flugabwehrgeschütze genutzt wurde. Die Soldaten stießen dabei auf unterirdische Steinhöhlen, die in den frühen 1950-er Jahren erstmals ausgegraben wurden.
Quelle: Wikipedia
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Monolith Monolith
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Zikkurat Altar
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Kugelsteine
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Iris
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Für heute ist das Pensum an archäologischen Funden erledigt.
Zurück zum Auto. Ein bißchen verschnaufen und was Kühles trinken.
Für die Nacht habe ich vorausschauend ein Bed & Breakfest in Maristella gebucht. Da ich nicht voraussagen konnte, wann genau wir mit unserer Besichtigungstour fertig sind, habe ich uns für 20 Uhr dort angemeldet. Wir sind aber schon gegen 18:45 h in der Nähe, in Alghero, am Hafen. Ich hatte Maristella mehr Richtung Alghero vermutet. Wir fragen irgendwann nach und erfahren, dass wir ca. 10 km nach Norden fahren müssen (wir sind an der Kreuzung schonmal vorbeigefahren, wo wir hätten nach Maristella abbiegen müssen...). Bis 20 Uhr ist aber noch ausreichend Zeit, und wir finden es dann ja auch. Maristella ist ein ausgesprochen friedlicher Ort, das Bed & Breakfast liegt in einem Wohngebiet, wo alle Häuser mit einem Zaun umgeben sind. Wir werden schon erwartet, das Tor öffnet sich für unser Auto, und wir werden von einem Hund begrüßt. Katzen gibt es auch. Die Vermieterin, Valentina, ist ausgesprochen nett. Ich kann diese Location wirklich jedem empfehlen. Die Übernachtung hat uns inklusive Frühstück nur 45 EUR gekostet.

Sun B & B, Valentina Nurra
Maristella 35
Via delle Vigne
07041 Alghero SS
fon:  +39 079 942160
fon:  +39 338 4058454
fon:  +39 339 7141889
bbthesun@hotmail.com 

Eigentlich wollte ich abends noch in die Neptungrotte. Aber mir war von vornherein klar, dass wir vermutlich viel zu spät ankommen. Also hatte ich die Grotte schon auf den nächsten Tag früh morgens eingeplant. Eigentlich wollte ich zu Fuß die 650 Stufen von der Klippe hinabsteigen. Valentina lacht mich aber aus und fragt, ob ich dafür tatsächlich fünf Stunden unterwegs sein wollte. Ich glaube ja nicht, dass man derart viel Zeit für 650 Stufen benötigt, jedenfalls nicht runterwärts. Raufwärts könnte das dann schon mehr Zeit kosten. Valentina erklärt, dass man sich problemlos mit dem Boot vom Hafen in Alghera aus dort hinbringen lassen kann. Ich liebe Bootstouren... also das ist dann eine Alternative, und so wollen wir es dann am nächsten Tag auch machen.

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Sun_B_und_B
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Donata schläft schon, als ich Dank W-Lan nach Checken meiner E-Mails und Überspielen meiner Fotoausbeute auf das Laptop auch endlich auf die Matratze plumpse. Schon im Rüberdämmern ins Traumaland höre ich noch Rumgeballer. Merkwürdig.
Am nächsten Tag erklärt Valentina, dass nachts Jäger in der Macchia und in den Pinienwäldern auf Jagd gehen. Und tatsächlich gibt es auch Schilder die darauf hinweisen, dass es verboten ist, sich nach 20 Uhr in den Dünen aufzuhalten.
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Pfeil weiter: MITTWOCH, 24.05.17
Letzte Aktualisierung: 30.06.2017 1:13
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